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Samstag, 17. April 2010

Kamele (4 und letzter Teil): Die Rechtfertigung der Kamele

Kamele (4 und letzter Teil): Die Rechtfertigung der Kamele

Lastentiere - nun gut; aber was haben die lieben Kamele nicht alles erdulden müssen in den letzten drei Tagen. Mit der Plage der Sünde wurden sie verglichen, mit der Tücke der Sünde ebenfalls. Und schließlich wurden ihre Gegner noch ermutigt, keine Kompromisse einzugehen.

Wenn dieser Blog die Bibel wäre, wäre dieser Eintrag nahezu unzulässig. Denn um vom heutigen Gedanken zu profitieren, müssen wir die "Löschtaste" drücken und in die entgegengesetzte Richtung steuern. Um zu vermeiden, dass mich die Rache der Kamele trifft, möchte ich einmal das hervorheben, was durchaus positiv erwähnt werden kann.

Kamele sind als Lastenträger bekannt, die sich niederknien, um ihre Lasten zu empfangen. Das können bis zu 550 Kilo sein. Ihre Stärke, Zähheit und Ausdauer sind außergewöhnlich

Das illustriert, wie unsere Einstellung sein sollte, wenn der Herr uns Lasten auflegt, um sie ein Stück Wegs zu tragen. David erinnert uns in Psalm 68:20:

"Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch."

Wer das weiß, der kann sich auch vor Ihm beugen und die Lasten mit Lobpreis aufnehmen, die Er uns auflegt. Dies umso mehr, als Paulus in 1 Korinther 10:13 versichert:

"Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr's ertragen könnt."

Sicherlich ist so manches Kamel bis zum Maximum belastet worden. Andere haben sich vielleicht unterfordert und unnütz gefühlt und so manche Wanderung durch die Wüste als unnötig angesehen. Aber in der Natur der Kamele liegt es, Ärger oder Ungeduld nicht laut in die Welt hinaus zu knurren. Also ehrlich - hier würde man doch zugeben müssen, dass so manches Kamel uns Christen ein oder zwei Höcker voraus ist. Ärger und Ungeduld - was sollen wir denn sonst damit machen, wenn wir sie nicht anderen mitteilen und in die Welt hinaus knurren dürfen? Gott gibt uns die Antwort in 1 Thessalonicher 5:18:

"Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch."


Das kann doch wohl nicht Sein Ernst sein? Doch! Und gerade das ist der Weg, aus Ärger und Ungeduld herauszukommen. Diese geistliche Erfahrung machte bereits Asaph, denn er erklärt uns in Psalm 50:23:

"Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen."


Kein anderes Tier war für den Araber wertvoller, als das Kamel - im Leben und im Sterben. Reit- und Lasttier, Milchlieferant, Getrockneter Dung als Brennmaterial, Kamelhaar zur Verarbeitung zu Decken, Kleidung und Zeltüberwürfen. Selbst im Tod hörte der Wert des Kamels nicht auf. Das Fleisch wird zur Nahrung, Leder wird zu großen Wassersäcken und Flaschen verarbeitet, außerdem zu Sandalen, Seilen und Riemen

Wertvoll bis in den Tod. Gott ruft uns durch Paulus in Römer 14:8 zu:

"Leben wir, so leben wir dem HERRN; sterben wir, so sterben wir dem HERRN. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des HERRN"


Damit dürfte die Rechtfertigung der Kamele ausreichen:
  1. Lasten demütig annehmen, im Wissen, dass unser Herr uns nicht zu Grunde richten wird, sondern uns sogar selbst beim Tragen hilft!
  2. Ärger und Ungeduld nicht in die Welt hinaus knurren (und schon gar nicht ins Angesicht unseres Nächsten hinein) - sondern es umkehren in Dank und erwarten, dass der Herr sich meldet!
  3. Uns besinnen, dass wir im Leben wie im Sterben dem Herrn gehören und Er unser Leben und Sterben für den Bau Seines Reiches gebrauchen kann und möchte!
Ich wünsche uns allen einen kamelischen Tag!

Freitag, 16. April 2010

Kamele (Teil 3) - Konsequenzen für die Gegner

Wir erinnern uns - hartnäckig können sie sein, die Kamele (siehe Beitrag von gestern). Aber harmlos? (siehe Beitrag von vorgestern) Wir hatten einige Folgen der Kamelplage in Australien aufgelistet. Dazu gehörten u.a. die Zerstörung der Nahrungsgrundlage von frei lebenden und Zuchttieren, Schäden an der Infrastruktur, Verschmutzung des Wassers, Übertragung von Krankheiten - und schließlich die Besetzung und Bedrohung eines ganzen Dorfes, in dem die Dorfbevölkerung 1:19 in der Minderheit waren gegenüber Tausenden von Kamelen. Und die Behörde entschloss sich, etwa die Hälfte der wilden Tiere zu "keulen", d.h. zu töten. Mit den heftigen Reaktionen hatte die australische Regierung wohl nicht gerechnet.

International stieg man überall auf die Barrikaden. Hier einige Beispiele:
In England war die Bevölkerung dermaßen empört, dass man den Commonwealth Partner als "Dritte Welt" Land abstempelte und vorschlug, einen Reiseboykott gegen Australien zu starten. Andere wollten das Land aus der Gruppe der wichtigsten Industrieländer ausschließen.

Im Wirtschaftssender CNBC wurde der australische Premierminister als "Serienmörder" bezeichnet. Kamelzid (in Anlehnung an Genozid = Völkermord) wurde die Keulung der Kamele genannt. Ein Minister aus Nordaustralien erhielt Schmähbriefe aus aller Welt.

Warum? Weil man ein zur Plage gewordenes Problem konsequent anging.

Wer ein zur Plage gewordenes Problem konsequent angehen will, wird nicht selten auf den Widerstand der Intoleranz stoßen. Wer "die kleinen Füchse" fängt, die den Weinberg verderben (siehe gestrigen Beitrag) wird sehr schnell irgendwelche "Tierschützer" am Hals haben. Und dabei ist es egal, ob es sich um ein gesellschaftliches oder privates Problem handelt.

Gibt es eine Alternative? Klar! Die "Kamele" gewähren lassen, bis Land und Leute zerstört sind. Aber das ist keine wirkliche Alternative. Die Alternative haben uns die Propheten des Alten Testaments gezeigt, außerdem Jesus selbst und in vielerlei Hinsicht die Christen der ersten Jahrhunderte. Sie standen auf für die Wahrheit, nannten die Übel beim Namen und waren bereit, dafür ihren Hals und ihren Ruf herzugeben. Wohlgemerkt: Für Wahrheit und biblische Werte, nicht für Ihre Meinung und blose Rechthaberei.

In 2 Timotheus 3:12 erinnert uns Gott durch Paulus:

Jeder, der an Christus Jesus glaubt und ein Leben zur Ehre Gottes führen will, wird Verfolgung erleben.


Wenn wir uns als Nachfolger Jesu äußern zu Fragen der Arbeitsethik, Abtreibung, Religionsvermischung, Homosexualität, Mission, usw., dann müssen wir damit rechnen, verfolgt zu werden. Je weiter wir uns als Gesellschaft von Gottes Werten wegbewegen, umso heftiger der Gegenwind. Je dunkler es draußen wird, umso auffälliger das Licht.

Haben wir eine Alternative? Nun, wir können unser Licht unter einen Eimer stellen. Das wird den Verfall beschleunigen und das Leid um uns herum vergrößern - und es wird auch das Leid in uns vergrößern, denn als Lichter sind wir berufen, zu leuchten. Alles andere ist unbefriedigend.

Darum hören wir nicht auf, uns gegen das zu wenden, was die Menschen plagt: Sünde! Solche Sünden, die sie hassen und solche die sie lieben. Wegen unserer Liebe zu Jesus und seinem Wort wird man uns verachten, verfolgen, verleumden und ins Abseits stellen. Aber für Jesus und die Wahrheit im Abseits stehen ist ein Volltreffer für Gott!

Donnerstag, 15. April 2010

Kamele (Teil 2) - Hartnäckig!

"Schiffe der Wüste" werden sie genannt - und das nicht umsonst. Das wusste auch Abu Bakr, als er sich mit seinem Kamel auf die lange Reise durch die Wüste machte. Fast unerträgliche Hitze am Tag, bittere Kälte in der Nacht. In einer besonders kalten Nacht, Abu Baklr hatte sein Zelt aufgeschlagen und war gerade eingeschlafen, da wurde er von einem Geräusch geweckt. Verschlafen blinzelte er zum Eingang des Zeltes, durch den das Kamel seine Nase steckte, um ein wenig Wärme zu genießen. Er wollte schon aufstehen, besann sich dann aber und meinte, so ein kleines Stückchen Kamelnase im Zelt sei wohl nicht so tragisch.

Nicht viel später wurde er wieder geweckt und erkannte, dass das Kamel mittlerweile seinen Kopf und langhaarigen Hals ins Zeit geschoben hatte. "Bitte," kam die Anfrage, "draußen ist es furchtbar kalt. Lass mich ein bisschen warm werden in deinem Zelt." "Schon gut, Erlaubnis erteilt," meinte der Mann und drehte sich auf die andere Seite.

Es war wohl um Mitternacht, als er erneut wach wurde. Erstaunt stellte er fest, dass sein Kamel nun mit den Vorderbeinen im Zelt stand. "Kopf und Hals hatte ich dir erlaubt, mehr nicht," ermahnte Abu Bakr das Tier, ließ sich aber erbitten, als ihm erklärt wurde, wie kalt es draußen sei. Nur kurze Zeit später wachte er auf um erschrocken festzustellen, dass das Kamel mittlerweile mit Höcker und fast vollständig in sein Zelt gekommen war. Schon wollte er aufspringen und es zornig hinausjagen als das Kamel meinte: "Ich verspreche dir hoch und heilig: soweit und keinen Zentimeter weiter! Ist doch sowieso wärmer zu zweit als allein, oder?" Zu müde und zu faul, etwas zu erwidern, legte sich Abu Bakr wieder auf seine Matte, aber nur um nach wenigen Augenblicken mit einem Hilfeschrei zu erwachen. Das schwere Kamel war vollends ins Zelt gekommen und drohte ihn zu erdrücken. "Was schreist du so herum?" kam die Anfrage an ihn. "Draußen ist genug Platz. Für zwei ist dieses Zelt eh zu klein. Verschwinde aus meinem Reich, du dummer Mensch!"

Wie immer man Abu Bakr auch bezeichnen mag, dumm, leichtsinnig, inkonsequent - oft stehen wir Menschen ihm in nichts nach. Wir spielen mit der Sünde, erlauben ihr ein klein wenig Raum. Nicht soviel, dass wir uns unwohl fühlen und auch nicht so viel, dass wir uns sündig fühlen. Aber genug, um uns an den Gedanken ihrer Gegenwart zu gewöhnen. Nachdem wir uns gewöhnt haben, kommt Phase 2 und 3 und schließlich ist die Sünde übermächtig geworden und hat uns im Griff. Wo wir anfangs noch dachten, Dirigenten zu, werden wir dann dirigiert. Es braucht nicht viel, um den Weg der Zerstörung zu betreten. Ein kleiner Schneeball kann eine Lawine auslösen, die ein ganzes Dorf unter sich begräbt. Salomo drückt die Warnung so aus:

Fangt uns doch die kleinen Füchse, denn sie verwüsten den Weinberg, wenn die Reben in schönster Blüte stehn. (Hohelied 2:15)

Tote Fliegen verderben gute Salben. Ein wenig Torheit wiegt schwerer als Weisheit und Ehre. (Prediger 10:1)

Und von Gott selbst kommt die Warnung:

Wenn du (aber) nicht recht tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie." (1.Mose 4:7)

Wenn also "das Kamel seine Nase heute in unser Zelt stecken will" dann sollten wir ihm gleich eins drauf geben und es wieder raus schicken.

Kein Mitleid mit der Sünde! Kein Selbstmitleid!

Mittwoch, 14. April 2010

Kamele (Teil 1) - Harmlos?

Die Informationen habe ich bereits mehrmals gehört, einmal sogar eine Reportage im Fernsehen gesehen. Es geht um die Kamelplage in Australien. Also, ich finde das ja sehr interessant. Da entsteht eine Plage, wo man gar keine erwarten würde. Kennt Ihr die Fakten?

Die Tiere wurden um 1840 von Europäern zu Expeditionen nach Australien importiert. Die rasante Vermehrung führte zu einem heutigen Bestand von 1 Million wild lebender Tiere. Alle 8 Jahre verdoppelt sich ihre Zahl - oder schneller. Und jetzt ist aus den gemütlichen Lastenträgern eine vielfältige Bedrohung geworden, die allgemein als Plage angesehen wird. Als Gefahren werden u.a. erwähnt:
  1. Die Kamele stellen eine tatsächliche Nahrungskonkurrenz für die kommerzielle Viehzucht und andere frei lebende Tierarten dar.
  2. Ihr Fressverhalten führt zu Erosionsschäden und Schäden an der Infrastruktur des Landes (z.B. Zäune, Grenzen, etc.)
  3. Zahlreiche Unfälle wurden durch Kamele verursacht.
  4. Lebensnotwendige Wasserstellen werden durch sie verschmutzt, zahlreiche Krankheiten durch Kamele übertragen.
  5. Religiöse Stätten der Einheimischen (Aborigines) werden bedroht.
  6. Den Vogel abgeschossen hat die Belagerung eines kleinen 350-Seelen Dorfes im Jahr 2009. Es wurde von 6000 Kamelen regelrecht besetzt und bedroht.
Im Falle des belagerten Dorfes Kaltukatjara in 2009 sah man sich gezwungen, über 3600 Tiere zu keulen, d.h. zu töten. Folgeerscheinung: Die resultierende Fliegenplage und der Verwesungsgeruch vertrieb viele Anwohner aus dem Dorf. Soweit einige Fakten.

Wer hätte das gedacht. So ein Kamelchen ist doch ein so gemütliches, dienendes Tier! - Was sich zunächst als harmlos, hilfreich und eine gute Idee präsentiert, wird schließlich unkontrollierbar, gefährlich und sogar zur tödlichen Gefahr! Wie die Sünde! Sie sieht harmlos aus, verlockend und schmackhaft! Ja, Sünde präsentiert sich als gute Idee. Und manchmal beginnt sie gar nicht mal auf der Ebene der Sünde, sondern entwickelt sich erst langsam dahin. Salomo und Jakobus äußern sich dazu:

Jeder Weg eines Menschen ist recht in seinen Augen, aber der Herr prüft die Herzen. (Sprüche 21:2)
Jeder einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde, die ihn lockt und fängt, in Versuchung geführt. Wenn die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; ist die Sünde reif geworden, bringt sie den Tod hervor. (Jakobus 1:14-15)

Wir müssen es lernen, nicht mit der Sünde zu spielen, sie nicht zu importieren und ihr keine Chance zu lassen. Sünde ist absolut destruktiv. Sie bedroht das Leben, das wir uns in uns wünschen, sie knabbert alles Grüne in unserem Leben ab, verunreinigt jedes frische Wasser, verursacht viele (geistliche) Krankheiten, bedroht unsere Nachfolge und belagert uns schließlich derart, dass wir uns gar nicht mehr frei fühlen. Das ist die Macht der Sünde. Wie Jakobus schreibt: sie bringt den Tod hervor.

Aber die Sünde wurde "gekeult." Jesus hat die Macht der Sünde besiegt! Wo die Sünde übermächtig geworden ist, da ist die Kraft Jesu weit übermächtiger! Paulus schreibt:

"Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden" (Römer 5:20)

Ich wünsche uns allen diese Erfahrung der Gnade und den Sieg Jesu über die "Kamele" in unserem Leben!

Dienstag, 13. April 2010

Herr, ist das nicht zu viel verlangt?

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen. (Matthäus 5:43)

Ist das überhaupt möglich? Dem, der sich beim Aldi vordrängelt, dem kann man vielleicht nach einer bissigen Bemerkung oder einem entsprechenden Blick noch vergeben. Dem, der seine Bananenschale in unser Blumenbeet wirft auch noch. Aber einem echten Feind…? Hab ich den überhaupt? Pastor Richard Wurmbrand, der selbst im kommunistischen Rumänien für Christus gefoltert wurde, erzählt:

Ich will Ihnen von einem Mann erzählen, der mit mir im Gefängnis war. Er war ein Pastor und hieß Demitri. Die Wärter schlugen mit einem Hammer auf seine Wirbelsäule ein. Als sie eine bestimmte Stelle trafen, wurde er gelähmt. Er konnte nur noch seinen Hals bewegen, sonst nichts.

Sie können sich vorstellen, was für eine große Tragödie das ist. Wenn Sie in einem Spital oder daheim sind, haben Sie wenigstens eine Frau, eine Mutter oder eine Schwester, die sich um Sie kümmert. Aber wie sollten wir ihn pflegen? Es gab kein fließendes Wasser in der Zelle, um ihn zu waschen. Es gab keine Bettwäsche, die wir wechseln konnten. Er lag da in seinem Schmutz. Er konnte noch nicht einmal seine Hand ausstrecken, um einen Becher Wasser zum Munde zu führen. Die anderen Insassen, die laufen und arbeiten konnten, mußten draußen Zwangsarbeit verrichten. Sie kamen erst am Abend zurück, und so lange mußte er auf seinen Becher Wasser warten.


So lag er einige Jahre lang im Gefängnis. Es war wie die Hölle auf Erden. Schließlich wurde Demitri entlassen. Er war wieder bei seiner Familie und seinen Freunden. Kein Arzt konnte ihm helfen, aber jetzt hatte er liebevolle Hände, die ihn pflegten. Aber immer noch konnte er weder Hand noch Fuß bewegen.


Eines Tages klopfte jemand an seine Tür. Es war der Kommunist, der ihn zum Krüppel geschlagen hatte. Er sagte: "Mein Herr. Glauben Sie nicht, daß ich gekommen bin, um Sie um Vergebung zu bitten. Es gibt keine Vergebung für das, was ich getan habe - weder auf Erden noch im Himmel. Sie sind nicht der einzige, den ich so gefoltert habe. Sie können mir nicht vergeben. Nein, niemand kann mir vergeben. Noch nicht einmal Gott. Mein Verbrechen ist zu groß. Ich bin nur gekommen, um Ihnen zu sagen, wie leid mir das tut, was ich getan habe. Von hier will ich dann fortgehen und mich erhängen. Das ist alles." Er wendete sich zum Gehen.


Da sagte der gelähmte Bruder, Demitri, zu ihm: "Mein Herr, in all den Jahren habe ich niemals so sehr bedauert, meine Arme nicht bewegen zu können, wie heute. Ich würde sie so gerne ausstrecken und Sie umarmen. Seit Jahren habe ich für Sie Tag um Tag gebetet. Ich liebe Sie von ganzem Herzen. Ihnen ist vergeben!"
(Quelle: Stimme der Märtyrer Nr. 4/2006)

Manchmal ist es hilfreich, über den Tellerrand hinauszublicken und denen einen Blick zu gönnen, die in schwierigeren Situationen stecken als man selbst. Das bringt Perspektive in das eigene Erleben und illustrieren nicht selten, dass Gott nicht nur meint, was Er sagt, sondern auch die Kraft zum Gehorsam dann gibt, wenn wir sie brauchen.

Der Vers aus Matthäus 5:43 und das Zeugnis von Richard Wurmbrand forden mich heraus, meine "kleinen Feinde" zu lieben. Am vergangenen Wochenende hörte ich einen Satz von einem ehemaligen Missionar, der unter Moslems das Evangelium verkündigt hat. Er sagte:

"Wir können nicht unseren Feinden das Evangelium verkündigen. Wir müssen sie lieben."

Nachdenkenswert!

Ein weiteres beeindruckendes Zeugnis (video clip): http://www.erf.de/index.php?content_item=98&node=67#67/98

Montag, 12. April 2010

Wenn Jesus vor 43 Jahren wiedergekommen wäre ...

Kürzlich feierten wir in unserer Gemeinde das Abendmahl. Wir feiern es Mittwochsabends regelmäßig nach der Bibellehre und einmal monatlich im Gottesdienst. Im vergangenen Monat wurde mir dabei Gottes Gnade ganz neu bewusst.

Beim Abendmahl erinnern wir uns an verschiedene Tatsachen. Wir erinnern uns an den Leib Jesu, der für uns gefoltert wurde und ans Kreuz genagelt wurde. Das ist Gnade! Wir erinnern uns an das Blut Jesu, das den Preis bezahlt hat für alle unsere Übertretungen und uns rein wäscht von aller Sünde. Das ist auch Gnade! Somit ist das Abendmahl eine Erinnerung dessen, was Jesus für uns getan hat - ein Erinnern an Seine Gnade.

Gleichzeitig hat Jesus auch bei der Einsetzung des Abendmahls auf die Zukunft hingewiesen. Er sagt beim letzten Mahl mit seinen Jüngern in Markus 14:25:

Wahrlich, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, da ich es neu trinken werde im Reich Gottes.

Außerdem sagt Jesus, nachdem er das Abendmahl als regelmäßiges Mahl für seine Jünger eingesetzt hatte in Lukas 22:19:

Dies tut zu meinem Gedächtnis!

Oft muss ich an die Aussage von Markus 14:25 denken, wenn ich am Abendmahl teilnehme. Das Abendmahl erinnert uns daran, dass wir es einmal gemeinsam in der unmittelbaren und sichtbaren Gegenwart Jesu einnehmen werden. Das ist zukünftige Gnade! Dazu wird Jesus wiederkommen, um uns zu sich in die Herrlichkeit zu holen. Den Zeitpunkt dafür wissen wir nicht, dass es eintreffen wird ist sicherer als das Amen in der Kirche!

Was mich aber so erstaunte beim letzten Abendmahl in unserer Gemeinde war das Gebet eines Teilnehmers: "Herr, hab Dank, dass Du noch nicht vor 40 Jahren wiedergekommen bist!" Und ich musste denken: Wie recht er hat! Wenn Jesus vor 43 Jahren wiedergekommen wäre, wäre ich nicht mit Ihm gegangen, sondcern zurück geblieben. Die Tatsache, dass die Gnadenzeit noch anhält, hat mich ins Himmelreich gebracht - und wahrscheinlich ebenso die meisten, die diese Zeilen lesen. Ja, in diesem Zwiespalt leben wir. Auf der einen Seite sind wir dankbar für das vergossene Blut Jesu, dass uns von aller Schuld reinigt. Und wir sehnen uns nach Seiner Wiederkunft und beten: "Maranatha!" "Komme bald!" Und andererseits haben wir Gottes Gnade geschmeckt, indem er die Gnadenzeit verlängert hat, weil er nicht möchte, dass Menschen am Angebot des Heils vorbeigehen. Das hat mir das Leben gerettet! Darum ist es mein Gebet: Ja, Herr, komme bald - und bis Du kommst, lass mich vielen den Anstoß geben, mitzukommen, auf dem Weg, der zu Dir führt." Vielleicht kommt er heute.