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Samstag, 20. August 2016

Einseitig. Unbedingt. Umfassend.

In dieser Woche haben wir uns intensiv mit dem Thema „Vergebung“ auseinandergesetzt. Abschließen möchten wir diese kurze Themenreihe mit einem weiteren Artikel aus der DMG Monatszeitschrift (2/2016). Der Artikel stammt von Christen, die in einem islamischen Land arbeiten.

„Mara geht in die erste Klasse unserer christlichen Schule. Sie und ihre sunnitische Familie sind Flüchtlinge aus Syrien. Ihre Mutter S. hat auf der Flucht ein Kind verloren. Bombeneinschläge, Terror, alles hat die kleine Mara hautnah miterlebt. Jetzt lebt sie mit ihren Eltern und zwei jüngeren Geschwistern auf elf Quadratmetern in einem Zimmer. Anfangs sprach Mara ausschließlich Syrisch. Der Krieg hat Spuren in ihrem jungen Leben hinterlassen. Doch Mara lernt schnell. Und im Bibelunterricht ist ihr Jesus begegnet.

Hungrig hat sie die Geschichten aufgenommen und verinnerlicht. In der Schule, zu Hause und bei Nachbarn erzählt sie seither freudig von Jesus. Bei unseren Liedern singt sie laut mit, und ihre ganze Haltung spiegelt die Liebe Gottes wieder. Sogar ihre nächtlichen Alpträume sind weg. Sie hat ihre Last im Gebet Jesus abgegeben.

Da ihre Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können, hilft ihre Mutter S. in der Schule mit. Auch sie hat inzwischen Jesus angenommen und trägt ihr schweres Schicksal im Glauben. Sie sind Teil unserer Gemeinschaft geworden. Es vergeht kaum ein Sonntag, an dem Maras Mutter nicht für ihre von der IS eingeschlossene Familie betet.

Kürzlich hat eine Nachbarin diese Familie bei der Kleiderverteilung betrogen. Welche Lösung haben wir? Ihre Schamkultur kennt keine direkte Konfrontation, direktes Ansprechen ist also nicht möglich. Es folgen vorsichtige Gespräche mit beiden Frauen. Wir finden Beispiele aus der Bibel, wie Hananias und Safira, indirekt-direkt. Hier kann S. Vergebung persönlich anwenden, auch, wenn es ihr sichtbar weh tut. „Gnade reicht“, weil Gott auch ihr selbst vergeben hat. Das zu erkennen war nötig für Maras Mutter. So ist sie zum Beispiel für die andere Frau geworden. Vergebung: Einseitig. Unbedingt. Umfassend.“

Vergebung ist etwas, was im Alltag geschieht, was aber weder selbstverständlich noch einfach ist. Wer wenig zu vergeben hat kämpft manchmal nicht weniger mit sich selbst und seiner Bereitschaft als der, der viel zu vergeben hat. Das „Fleisch“ – unsere Unabhängigkeit von Gott - macht es uns schwer, den Weg Jesu zu gehen. Maras Mutter hatte die Gnade der Vergebung erkannt, die sie selbst erfahren hatte und die sie jetzt brauchte, um das Unrecht zu vergeben, das ihr angetan worden war. Aber sie erkannte den Wert und die Kraft der Gnade: „Gnade reicht“, waren ihre Worte und durch diese Gnade war sie in der Lage, zu vergeben.

Vielleicht hat Gott diese Woche mehrmals zum selben Thema zu uns reden müssen. Vergebung kommt nicht einfach und billig daher. Vergebung kostet. Die Vergebung unserer Schuld kostete Jesus Sein Leben. Der Unschuldige zahlte den Preis für die Schuld derer, die Vergebung brauchten. Damit gab Er uns die Vorlage, wie Vergebung funktioniert. Du zahlst den Preis für die Schuld derer, denen Du vergeben musst. Du verzichtest darauf, dass sie ihre Verschuldung Dir gegenüber in Ordnung bringen. Du zahlst, Du vergibst – Du wirst frei.

Möge der Herr, der den Preis für Deine und meine Schuld bezahlt hat, unsere Herzen bereit machen, dass auch wir im Namen und im Sinne Jesu denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind: Einseitig. Unbedingt. Umfassend.

Freitag, 19. August 2016

Unerlässliche Medizin

In seinem ausgezeichneten Buch „Ich bin dabei“ schreibt George Verwer auch Gedanken zum Thema dieser Woche: Vergebung. Auf Seiten 85 und 86 schreibt er:

„Wir Christen verstehen es so gut, über Vergebung zu predigen, aber schlecht, sie zu praktizieren. Gerade das vergeben jedoch ist eine unerlässliche Medizin für Fälle, wo Menschen – auch Christen – einander weh getan haben.

Pflegen Sie nicht Ihre inneren Wunden und Kränkungen. Natürlich ist es hässlich, wenn Christen sich wie Gassenjungen streiten und jede Seite behauptet, nur sie wisse, was ein wahrer Christ zu tun, zu lassen und zu glauben habe. Aber trotzdem, poltern Sie nicht los, ziehen Sie sich nicht zurück. Gott benutzt immer das Material, das er gerade zur Hand hat. Hat Ihre Gemeinde keine Schwächen? Doch, sogar sehr viele? Kein Wunder, sie besteht ja aus Leuten wie Ihnen. (…) Ich halte mich gerne für einen kleinen Künstler im Umgang mit Menschen, aber ich habe es einfach nicht gern, wenn viele Menschen um mich sind, und wenn ich, wie mir das sehr oft passiert, kein Einzelzimmer bekommen kann, fühle ich mich nicht ganz gesund. Wie oft bilden wir uns ein, wir könnten alle Menschen lieben. Schließlich sind wir ja Christen. Und dann laufen uns doch immer wieder Leute über den Weg, die uns Magengeschwüre verursachen könnten. Es ist unrealistisch, so zu tun, als gäbe es dergleichen nicht. Auch Sie werden irgendwo solche Reaktionen und Antipathien haben. Denken Sie aber bitte nicht, dass deswegen der Heilige Geist nichts mit Ihnen anfangen könne. Das wäre ein sicherer Weg zu Entmutigung und Zynismus.“

 „Unerlässliche Medizin“ nennt Verwer die Notwendigkeit der Vergebung und ich stimme ihm zu. Es ist mittlerweile einige Jahrzehnte her. Seit 2 Jahren trug ich Bitterkeit und Unversöhnlichkeit in meinem Herzen gegen einen Bruder, der mich – so empfand ich es – ungerecht behandelt hatte. Ich wartete nur auf eine Gelegenheit, es bei seinem Vorgesetzten zur Sprache zu bringen. „Ich werde ihn reinholen wie einen Fisch an der Angel,“ dachte ich mir – bis ich erkannte, dass nicht der andere, sondern ich der gefangene Fisch an der Angel war – unfrei, unfroh und bitter. Diese Erkenntnis trieb mich ins Gebet. Ich ging auf die Knie, schluckte die „unerlässliche Medizin“ herzlicher Vergebung. Die Medizin schmeckte nicht mal schlecht – und hatte ein spontanes Ergebnis: Ich war frei. Tatsächlich: von jetzt auf jetzt! Ein herrliches Gefühl der Freiheit. Eine herrliche Erfahrung mit Jesus. Einfach nur ein Segen!

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt,
so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben.
Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt,
so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“
(Matthäus 6:14+15)

Donnerstag, 18. August 2016

Myriam

Kürzlich stolperte ich über ein Video, ausgestrahlt von dem christlichen Fernsehsender SAT7, der das Evangelium in die arabische Welt hinein sendet.

Myriam Behnam ist 10 Jahre alt, heute vielleicht 11. Aufgewachsen ist sie in Karakosch, einer Stadt in der Niniveebene im Irak. Dort ging sie zur Schule und war sogar Klassenbeste. Myriam hatte Freunde in ihrer Stadt und ihrer Schule, aber sie lebte in einem Gebiet, das 2014 von dem IS überrannt wurde. Sie und Tausende andere Christen verlieren alles. Myriam muss fliehen und lebt (zur Zeit des Interviews) in einem Flüchtlingslager in Erbil, der Hauptstadt des Nordiraks.

Im Interview erzählt die Zehnjährige, dass sie eine glückliche Familie mit eigenem Haus waren, als die ISIS Terroristen kamen. Sie spricht von ihrer Freundin, Sandra, die sie aus den Augen verloren hat. Klar gab es manchmal Streit, aber Liebe brachte immer wieder Vergebung. Dann spricht sie von der Bewahrung Gottes und Seiner Liebe zu allen Menschen. Gottes Liebe – so Myriam – gilt allen Menschen. Sie kann die brutale Vertreibung durch den IS nicht verstehen, bezeugt aber dennoch ihre Liebe, selbst zu den Terroristen. Sie kann nicht alles verstehen, aber akzeptiert den Willen Gottes, auch wenn sie die Flucht aus der Heimat manchmal weinen lässt. „Zorn auf Gott?“ – „Nein!“ sagt Myriam. „Ich bin Ihm dankbar, dass Er uns bewahrt hat und auf uns aufpasst – sogar hier, wenn wir leiden. Er sorgt für uns!“

Während des Interviews sing Myriam eines ihrer Lieblingslieder über Jesus. Sie singt von dem wunderbaren Tag, an dem sie an Jesus glaubte. Das machte ihre Freude vollkommen und füllte sie mit Dankbarkeit. Ihre Liebe zu ihrem herrlichen Erlöser wird mit jedem Tag wachsen. Sie singt von neuem Leben und dem herrlichen Tag der Wiedervereinigung mit ihren Lieben.
Das Video und die überwältigende Botschaft der Zehnjährigen über Vergebung für ihre Peiniger fanden weite Verbreitung. Auf die Frage Essam Nagys, des SAT7 Reporters, welche Gefühle sie denen gegenüber habe, die ihr ihr Zuhause genommen und ihr so viel Leid zugefügt haben, antwortet Myriam: „Ich will ihnen nichts Böses! Ich will nur Gott bitten, ihnen zu vergeben.

Nicht nur in den christlichen Medien fand dieses ungewöhnlich starke Zeugnis der Vergebung Beachtung. Säkulare Fernsehsender in der arabischen Welt berichteten darüber.

Eigentlich lebt uns Myriam das vor, was Jesus lehrte, und was wir alle nachmachen sollten. Sie praktiziert Vergebung auf hoher Ebene, sie vergibt ihren Feinden, denen, die ihr das Meiste genommen hatte, was sie besaß: Heimat, Haus, Ausbildung, Freunde, Besitz – alles. 
„Ich will Gott bitten, ihnen zu vergeben.

Myriam ist ein glückliches Mädchen. Nicht wegen ihrer Lebensumstände, sondern wegen ihres Herzenszustandes. Sie hat das vergeben und hinter sich gelassen, was ihr Leben zerstören wollte und hat sich für die Liebe Jesu entschieden.

Das ist Gottes Weg für Myriam, für Dich und für mich!

Mittwoch, 17. August 2016

Befreiend!

Auch der heutige Beitrag ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Aber der Beitrag von Marcus Majonica (Quelle HIER) zum Thema der Woche war so klar, dass ich ihn hier einfügen möchte.

Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt,
wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben;
wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt,
wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben.
(Matthäus 6:14-15)

Bei einer Feier saß ich einmal neben einem Mann, der mir viel darüber erzählte, was seine Eltern alles falsch gemacht hätten. Schließlich forderte er mich auf, ihm zu bestätigen, dass die anderen an allem schuld seien. Damit tat ich mich allerdings schwer. Denn zum einen kenne ich auch die »andere Seite« und deren Sicht. Da klingt das alles ganz anders. Zum anderen war ich bei keiner der geschilderten Auseinandersetzungen anwesend. Daher konnte ich mir kein Urteil erlauben. Natürlich hätte ich meinem Gesprächspartner einfach nach dem Mund reden können. Doch das wollte ich nicht. Das wäre den anderen Beteiligten, die nicht anwesend waren, nicht gerecht geworden.

Statt nun Richter in einer Sache zu werden, die ich nicht beurteilen konnte, schlug ich ihm einen anderen Weg vor: Wie wäre es, alle Enttäuschung und Bitterkeit – ob berechtigt oder nicht – einfach zu begraben und dem anderen zu vergeben? Statt immer wieder die alten Geschichten hervorzukramen, könnte er doch auf seine Eltern zugehen und ihnen die Hand reichen. Doch das kam für ihn nicht infrage. Er war empört über meine Haltung und hat das Gespräch sofort beendet. Die Folge: Der Streit besteht nach wie vor!

Vielleicht stecken Sie auch in einem Konflikt, der schon lange anhält und in dem keiner nachgeben will. Wie dem jungen Mann kann ich Ihnen auch nicht einfach Recht geben. Das würde nichts bringen. Ich kann Ihnen nur genau so raten: Machen Sie den ersten Schritt und vergeben Sie dem anderen von Herzen. Das ist vielleicht nicht einfach. Doch ohne Vergebung wird der Streit nicht aufhören. Und wenn Ihnen die Kraft zu diesem Schritt fehlt, dürfen sie Gott bitten, Ihnen zu helfen. Denn er vergibt gerne.

Hat er nicht recht, der Autor?! Wenn man dann noch Gottes Wort ernst – und die Verse aus dem Matthäusevangelium zu Herzen nimmt, dann ist herzliche Vergebung alternativlos. Das mag uns gar nicht so sehr gefallen, da wir gerne an den Verfehlungen anderer festhalten. Dabei merken wir nicht, dass wir uns damit in ein selbstgeschaffenes Gefängnis sperren, dessen Wände Bitterkeit, Wut, Selbstmitleid und Unversöhnlichkeit heißen. Es bedarf nur eines Schrittes in die Freiheit – oder nur des einen Schlüssels: Vergebung. Vergebung ist möglich; das hat Jesus uns vorgemacht. Vergebung ist möglich, denn Er hat uns zuerst vergeben. Morgen werden wir das Zeugnis einer Zehnjährigen hören, die mehr vergeben musste – und vergab – als die Meisten von uns je vergeben mussten. Vergebung befreit!

Dienstag, 16. August 2016

Die Kraft der Vergebung

Folgender Beitrag stammt aus der Monatszeitschrift der DMG (2/2016). Diese Zeitschrift kann HIER bestellt, gelesen oder heruntergeladen werde.

Biasco Busikhu bestimmte bisher das Bild, das Menschen in Uganda von den rund eine Million Karamojong hatten. Seit 30 Jahren hatte er sich nämlich kein Hemd mehr angezogen. Damals sind Karamojong-Krieger in sein Stammesgebiet eingedrungen, haben sein Dorf überfallen und sein Vieh geraubt.

Auf der Flucht in den Busch zerriss sein einziges Hemd. Seitdem hat er nie wieder eines angezogen, aus Protest gegen die Karamojong. Soweit die Geschichte, die in Karamoja jedes Kind kennt.

Umso erstaunter sind wir, als wir den Mann mit nacktem Oberkörper live zu Gesicht bekommen – und das mitten in Karamoja! Bei einer Großveranstaltung, zu der die Kirchen des Stammes Vertreter ihrer Nachbarvölker geladen haben. Gemeinsam versammeln sie sich unter dem Motto 2. Chronik 7,14:

„Wenn dann dieses Volk, über dem mein Name ausgerufen ist,
sich besinnt, wenn es zu mir betet
und von seinen falschen Wegen wieder zu mir umkehrt,
dann werde ich im Himmel sein Gebet hören.
Ich will ihm alle Schuld vergeben
und auch die Schäden des Landes wieder heilen.“

Tausende Karamojong-Christen sind zusammengekommen, um Gottes Vergebung und die der Nachbarstämme zu erbitten, für vieles, was in der Vergangenheit zu Leid, Bitterkeit und Unversöhnlichkeit geführt hat. Karamoja ist ein gezeichnetes Land – bewaffneter Konflikt, Hunger und Dürre haben Spuren hinterlassen. Nun bitten sie ihre Nachbarstämme unter Tränen um Vergebung für das, was sie ihnen angetan haben.

Die Vertreter der Teso, Lango, Acholi, Pokot, Sebei und anderer Völker stehen vor den Karamojong auf, um ihnen Vergebung zuzusprechen. Ein bewegender Moment. Älteste und Kirchenleiter beten zusammen um bleibenden Frieden und Heilung für das Land und ein Ende von Gewalt, Unversöhnlichkeit und Opferkult.

Glaube gilt hier nicht als individuell wie in Europa. Er will geteilt werden zum Wohle der Gemeinschaft und des eigenen Volkes, das weiß hier jedes Kind. Heute ist ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt worden, das einem Wunder gleichkommt und uns Hoffnung macht. Noch vor wenigen Jahren wäre diese Feier undenkbar gewesen. Am Ende der fünftägigen Versammlung erhält Biasco Busikhu als Zeichen der Versöhnung von den Karamojong ein neues Hemd und zieht es unter dem Jubel der Zuschauer an. Er steht heute für ein neues Bild von Karamoja, das sich hoffentlich durchsetzt. Dafür beten wir.

Und wir erzählen in Dörfern weit draußen, wo es noch keine Kirchen gibt, dass echte Vergebung möglich ist – in dem, der durch Kreuz und Auferstehung die Welt mit Gott versöhnt hat: Jesus Christus.

Ja, die Überschrift ist richtig gewählt: Die Kraft der Vergebung. Vergebung kostet Kraft, die uns aber Gott schenkt. Dann aber …! Dann aber setzt Vergebung Kraft frei – in uns selbst, in unserer Mitte, im Gebet, im Reich Gottes, in der Welt, Unversöhnlichkeit hält die Kraft Gottes zurück. Vergebung setzt sie frei.

Montag, 15. August 2016

490

Kürzlich hörte ich in einer Predigt eine Aussage, die mich erstaunte und mir völlig neu war. Ich beschloss, die Aussage zu prüfen.

Der Apostel Lukas errichtet in seinem Evangelium in Kapitel 23:34, dass Jesus als erstes von sieben Ausrufen betet und sagt:

Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!

Es war nicht die Bitte um Wasser. Es war nicht der Ausspruch, durch den Er Seine Mutter der Obhut des Johannes anbefahl. Es war die Bitte an Seinen Vater, Seinen Peinigern und Mördern zu vergeben. Unglaublich.

Sie hatten Ihn roh und hart behandelt, Ihm die Kleider vom Leib gerissen und Ihn nackt ans Kreuz genagelt – sicher ohne alle Vorsicht. Um Sein Gewand hatten sie gewürfelt, während sie sich die ganze Zeit über Ihn lustig machten.

Jesu Gebet am Kreuz für Seine Feinde wird traditionell als erster der 7 Aussprüche am Kreuz gesehen. Soweit, so gut! Was ich nicht wusste ist die Tatsache, dass der griechische Text darauf hindeutet, dass Jesus dieses Gebet immer wieder neu ausgesprochen hat. Das war kein Einzeiler, das war ein Ringen – ein Ringen für die Seelen anderer. War es vielleicht auch ein Ringen gegen die letzten Versuchungen des Feindes, Sein Werk zunichte zu machen? Jesus wusste, Bitterkeit und Unversöhnlichkeit waren Werkzeuge des Feindes. Und so tat er genau das, was Er Seine Jünger zuvor gelehrt hatte: „Bittet für die, die euch verfolgen, segnet, die euch fluchen.“

Und durch die Wiederholung dieses Gebets lehrt uns der Herr eindrucksvoll, dass Vergebung nicht eine Willensentscheidung ist, die mit einem Klick unsere Gefühle in Leichtigkeit schwimmen lässt. Nein! Es mag sehr wohl sein, dass das erfahrene Unrecht derart schwer auf mir lastet – vielleicht sogar traumatische Folgen hinterlassen hat – und das Gefühl dem Willen gar nicht so schnell folgen kann. Aber zeigt uns nicht gerade die wiederholte Bitte Jesu, Seinen Feinden zu vergeben, dass es dem Vater wohl gefällt, wenn wir immer wieder zu Ihm kommen? Das ist es, was wir tun müssen, wenn unsere Gefühle hinter unserem Willen hinterher hinken. Wir müssen immer wieder aussprechen, was unser Wille (vielleicht) längst getan hat: vor Gott denen vergeben, die sich an uns versündigt haben.

Ich werde an Petrus erinnert. Ob sich je jemand an ihm so oft versündigt hatte? Jedenfalls schien er zu denken, dass es legitim sei, irgendwann mal einen Schlussstrich zu ziehen. Jesus korrigiert ihn und erklärt: „Petrus, nimm Dir mal die Zahl 490 zum Ziel.“ Damit wollte Jesus sagen: „Petrus, hör auf zu zählen! Vergib! Vergib immer wieder und fang immer wieder bei Null an!

Und so lehrt uns dieser erste Satz Jesu am Kreuz die Wichtigkeit der immerwährenden, anhaltenden und herzlichen Vergebung. Jesus hat uns ein Vorbild gegeben. Indem Er nicht aufhörte, für die Vergebung der Sünden Seiner Feinde zu beten.

Diese Woche wollen wir uns mehr mit dem befreienden Thema „Vergebung“ beschäftigen.

Sonntag, 14. August 2016

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss

Predigttext heute:

Babel? – Was war das noch?

Sonntagschule in einer kleinen Dorfgemeinde. Das Lied ist gesungen, der Rückblick auf die Geschichte vom vergangenen Sonntag abgeschlossen. Los geht’s mit der neuen Geschichte. Heute geht es um den Turmbau von Babel und die Verwirrung der sprachen. Der Sonntagschullehrer möchte die Aufmerksamkeit der Kinder und fragt: „Wer von euch kann mir etwas über Babel sagen?“ Betretenes Schweigen, bis Freddy die Hand hebt und erzählt: „Babel war der Platz an dem alle Menschen Deutsch gesprochen haben.“

"Fundiertes Teilwissen" würde ein Freund von mir diese Antwort nennen. Freddy hatte die Geschichte schon mal gehört, erinnerte sich: Es hat mit Sprachen zu tun und irgendwas war da besonders. Aber so ganz richtig hat er es nicht mehr auf die Reihe gekriegt.

Damit die Botschaft der Bibel immer mehr von "fundiertem Teilwissen" zur sicheren Überzeugung wird, laden wir zum heutigen Gottesdienst kräftig ein. Wir predigen das Wort Gottes, wir glauben das Wort Gottes und wir streben danach, dass Gottes Wort immer mehr unser Leben zum Positiven verändert und prägt. Jeder ist herzlich eingeladen!

Die Predigt kann Anfang der Woche HIER runtergeladen
oder online angehört werden!

 Herzliche Einladung zum Gottesdienst! 


Anbetung

 Predigt 
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst 
Auf Wunsch Gebet 

Einladung zum Mittagessen  

Beginn: 10:30 Uhr


Wir freuen uns auf Dich!
Calvary Chapel Freier Grund 

Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)  

57290 Neunkirchen-Zentrum

"Gott will, dass wir fröhlich seien, und hasst die Traurigkeit. 
Denn wenn er wollte, dass wir traurig sein sollten, 
gäbe er nicht die Sonne, Mond und die Früchte der Erde, 
gäbe er Finsternis, ließe nicht mehr die Sonne aufgehen 
und den Sommer zurückkehren."


(Martin Luther)