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Samstag, 24. Dezember 2016

Gesegnete Weihnachten!

DIE WEIHNACHTSGESCHICHTE
in chronologischer Reihenfolge nach der Neue evangelistische Übersetzung" 
von Karl-Heinz Vanheiden; Textstand: 23.11.2012 NeÜ bibel.heute©

Wie Gottes Geschichte mit Jesus begann (Johannes 1,1-5.10-18)
1 Im Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, ja das Wort war Gott. 2 Von Anfang an war es bei Gott. 3 Alles ist dadurch entstanden. Ohne das Wort entstand nichts von dem, was besteht. 4 In ihm war Leben und dieses Leben war Licht für die Menschen. 5 Das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. 10 Er war schon immer in der Welt, doch die Welt, die durch ihn geschaffen wurde, erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum, aber sein Volk wollte nichts von ihm wissen. 12 Doch allen, die ihn aufnahmen, die an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden. 13 Sie wurden das nicht auf Grund natürlicher Abstammung, durch menschliches Wollen oder den Entschluss eines Mannes, sondern durch eine Geburt aus Gott. 14 Er, das Wort, wurde Mensch und lebte unter uns. Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit voller Gnade1) und Wahrheit, wie sie nur der einzigartige Sohn vom Vater bekommen hat. 15 Johannes [der Täufer] trat als Zeuge für ihn auf. "Der ist es!", rief er, "von ihm habe ich gesagt: 'Nach mir kommt einer, der weit über mir2) steht!', denn er war schon vor mir da."  16 Und wir alle haben aus seinem unendlichen Reichtum Gnade und immer wieder Gnade empfangen. 17 Durch Mose wurde das Gesetz gegeben, aber durch Jesus Christus sind Gnade und Wahrheit zu uns gekommen. 18 Niemand hat Gott jemals gesehen. Nur der Eine und Einzige seiner Art, der an der Seite des Vaters selbst Gott ist, hat uns Aufklärung über Gott gegeben.
1) Johannes 1,14: Gnade. Gunst, die völlig umsonst erwiesen wird und beim Empfänger Freude auslöst.
2) Johannes 1,15: über mir. Wörtlich: "der vor mir war". Im Altertum wurde jemand, der älter war, immer als der Größere angesehen.

Ankündigung der Geburt des Herrschers (Lukas 1,26-38)
26 Als Elisabet im sechsten Monat schwanger war, sandte Gott den Engel Gabriel nach Galiläa3) in eine Stadt namens Nazaret4) 27 zu einer jungen Frau, die Maria hieß. Sie war noch unberührt und mit einem Mann namens Josef verlobt, einem Nachfahren Davids. 28 Der Engel kam zu ihr herein und sagte: "Sei gegrüßt, du mit Gnade Beschenkte! Der Herr ist mit dir!" 29 Maria erschrak, als sie so angesprochen wurde und überlegte, was der Gruß bedeuten sollte. 30 "Hab keine Angst, Maria!", sagte der Engel. "Gott hat dich mit seiner Gunst beschenkt. 31 Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, den du Jesus nennen sollst. 32 Er wird große Autorität haben und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott wird ihn die Königsherrschaft seines Stammvaters David5) weiterführen lassen. 33 Für immer wird er die Nachkommenschaft Jakobs5) regieren und seine Herrschaft wird nie mehr zu Ende gehen." 34 "Wie wird das geschehen?", fragte Maria. "Ich habe ja noch nie mit einem Mann geschlafen." 35 "Der Heilige Geist wird über dich kommen", erwiderte der Engel, "die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird das Kind, das du zur Welt bringst, heilig sein und Sohn Gottes genannt werden. 36 Sieh doch, auch deine Verwandte Elisabet ist noch in ihrem Alter schwanger geworden und erwartet einen Sohn. Von ihr hieß es ja, sie könne keine Kinder bekommen. Und jetzt ist sie schon im sechsten Monat. 37 Für Gott ist nichts unmöglich." 38 Da sagte Maria: "Ich gehöre ganz dem Herrn. Was du gesagt hast, soll mit mir geschehen." Darauf verließ sie der Engel.
3) Lukas 1,26: Galiläa. Von Juden und Griechen bewohntes Gebiet im Norden Israels, etwa zwischen dem See Gennesaret und dem Mittelmeer.
4) Lukas 1,26: Nazaret. Der kleine Ort mit etwa 150 Einwohnern lag in der Mitte zwischen dem Mittelmeer und dem See Gennesaret.
5) Lukas 1,32: David. Israels zweiter und größter König.

Priesterliche Verwandtschaft: die Eltern des Boten (Lukas 1,39-56)
39 Nicht lange danach machte sich Maria auf den Weg ins Bergland von Judäa. So schnell wie möglich wollte sie in die Stadt kommen, 40 in der Zacharias wohnte. Als sie das Haus betrat und Elisabet begrüßte, 41 hüpfte das Kind in Elisabets Leib. In diesem Augenblick wurde Elisabet mit dem Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut: "Du bist die gesegnetste aller Frauen, und gesegnet ist das Kind in deinem Leib! 43 Welche Ehre, dass die Mutter meines Herrn mich besucht! 44 Als ich deinen Gruß vernahm, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. 45 Wie glücklich bist du, dass du geglaubt hast! Denn was der Herr dir sagen ließ, wird sich erfüllen." 46 Da sagte Maria: "Meine Seele staunt über die Größe des Herrn 47 und mein Geist freut sich über Gott, meinen Retter! 48 Seiner geringsten Sklavin hat er Beachtung geschenkt! Noch künftige Generationen werden mein Glück preisen! 49 Heilig ist der Mächtige, der Großes an mir getan hat! 50 Sein Erbarmen gilt jedem, der sich ihm unterstellt, in jeder Generation. 51 Hoch hebt er seinen gewaltigen Arm und fegt die Hochmütigen weg. 52 Mächtige stürzt er vom Thron und Geringe setzt er darauf. 53 Hungrige macht er mit guten Dingen satt und Reiche schickt er mit leeren Händen fort. 54 Und Israel, sein Kind, nimmt er selbst an die Hand und schenkt ihm seine Barmherzigkeit, 55 denn so hatte er es für immer versprochen dem Abraham und seiner ganzen Nachkommenschaft." 56 Maria blieb ungefähr drei Monate bei Elisabet und kehrte dann wieder nach Hause zurück.

Der Pflegevater: Josef (Matthäus 1,18-25)
18 Es folgt die Geschichte der Geburt von Jesus, dem Messias: Seine Mutter Maria war mit Josef verlobt.7) Da stellte sich heraus, dass Maria ein Kind erwartete, obwohl sie noch nicht miteinander geschlafen hatten. Sie war durch den Heiligen Geist schwanger geworden. 19 Josef, der schon als ihr Ehemann galt und ein aufrechter Mann war, nahm sich vor, den Ehevertrag stillschweigend rückgängig zu machen, um sie nicht zum Gespött werden zu lassen. 20 Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum. "Josef", sagte er, "du Sohn Davids, zögere nicht, Maria als deine Frau öffentlich zu dir zu holen. Denn das Kind, das sie erwartet, wurde vom Heiligen Geist gezeugt. 21 Sie wird einen Sohn zur Welt bringen, den du Jesus, Retter, nennen sollst, denn er wird sein Volk von seinen Sünden retten. 22 Das alles ist geschehen, damit in Erfüllung geht, was der Herr durch den Propheten angekündigt hat: 23 'Seht, das unberührte Mädchen wird schwanger sein und einen Sohn zur Welt bringen. Man wird ihn Immanuël nennen.'8)" Immanuël bedeutet: Gott ist mit uns.9)  24 Als Josef aufwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm gesagt hatte, und holte seine Frau zu sich. 25 Doch hatte er keine geschlechtliche Gemeinschaft mit ihr, bis sie ihren Sohn geboren und er ihm den Namen Jesus gegeben hatte.
7) Matthäus 1,18: Eine Verlobung begann mit dem Abschluss eines rechtsgültigen Ehevertrags und dauerte ein Jahr (um festzustellen, ob die Braut wirklich noch Jungfrau war). Dann nahm der Mann seine Braut zu sich.
8) Matthäus 1,23 Jesaja 7,14
9) Matthäus 1,23: Gott ist mit uns. Der Messias würde den Namen Jesus tragen und der Immanuël sein. Er würde in Person das sein, was Immanuël bedeutet.

Die Geburt von Jesus (Lukas 2,1-21)
1 Damals befahl der Kaiser Augustus10), alle Bewohner des Römischen Reiches zu zählen und in Steuerlisten einzutragen. 2 Es war das erste Mal, dass solch eine Volkszählung durchgeführt wurde. Sie geschah, als Quirinius11) Statthalter der Provinz Syrien war. 3 So ging jeder in die Stadt, aus der er stammte, um sich eintragen zu lassen. 4 Auch Josef machte sich auf den Weg. Er gehörte zur Nachkommenschaft Davids und musste deshalb aus der Stadt Nazaret in Galiläa nach der Stadt Bethlehem12) in Judäa reisen, 5 um sich dort mit Maria, seiner Verlobten, eintragen zu lassen. Maria war schwanger, 6 und als sie in Bethlehem waren, kam für sie die Zeit der Entbindung. 7 Sie brachte ihr erstes Kind zur Welt. Es war ein Sohn. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn dann in eine Futterkrippe, weil in der Unterkunft kein Platz für sie war.
10) Lukas 2,1: Augustus. Vom römischen Senat verliehener Ehrentitel "Erhabener". Gemeint ist hier Octavian, er lebte von 63 v.Chr. bis 14 n.Chr.
11) Lukas 2,2: Der römische Feldherr und Konsul Publius Sulpicius Quirinius wurde 11 v.Chr. Legat von Syrien und leitete bis 16 n. Chr. in verschiedenen amtlichen Stellungen den orientalischen Teil des Imperiums. Die Steuerschätzung begann 8 v. Chr. in Ägypten und Syrien und erreichte 7 v. Chr. das Gebiet Israels.
12) Lukas 2,4: Bethlehem liegt 7 km südlich von Jerusalem und war die Heimatstadt von König David.

8 In der gleichen Nacht hielten ein paar Hirten draußen auf dem freien Feld Wache bei ihren Herden. 9 Plötzlich trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und das Licht der Herrlichkeit Gottes umstrahlte sie. Sie erschraken sehr und hatten Angst, 10 aber der Engel sagte zu ihnen: "Ihr müsst euch nicht fürchten, denn ich bringe euch eine gute Nachricht, über die sich das ganze Volk freuen wird. 11 Heute Nacht ist in der Stadt Davids euer Retter geboren worden. Es ist der Messias, der Herr. 12 Ihr werdet ihn daran erkennen, dass ihr ein Kind findet, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt." 13 Plötzlich waren sie von ganzen Heerscharen des Himmels umgeben, die alle Gott lobten und riefen: 14 "Ehre und Herrlichkeit Gott in der Höhe / und Frieden den Menschen im Land, / auf denen sein Gefallen ruht." 15 Als die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: "Kommt, wir gehen nach Bethlehem! Sehen wir uns an, was da geschehen ist, was der Herr uns sagen ließ." 16 Schnell brachen sie auf und fanden Maria und Josef und auch das Kind, das in der Futterkrippe lag. 17 Als sie es gesehen hatten, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. 18 Und alle, mit denen sie sprachen, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten berichteten. 19 Maria aber bewahrte das Gehörte in ihrem Herzen und dachte immer wieder darüber nach. 20 Die Hirten gingen dann wieder zu ihren Herden zurück. Sie priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten. Es war genauso gewesen, wie der Engel es ihnen gesagt hatte. 21 Als das Kind acht Tage später beschnitten wurde, gab man ihm den Namen Jesus, den Namen, den der Engel genannt hatte, noch bevor Maria schwanger war.

Der Säugling im Tempel (Lukas 2,22-39)
22 Und als dann die im Gesetz des Mose festgelegte Zeit der Reinigung13) vorüber war, trugen Josef und Maria das Kind nach Jerusalem, um es dem Herrn zu weihen. 23 So war es im Gesetz vorgeschrieben: "Jede männliche Erstgeburt soll Gott gehören."14) 24 Dabei brachten sie auch das Opfer dar, wie es im Gesetz des Herrn steht: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.15)
13) Lukas 2,22: Zeit der Reinigung. Das waren 40 Tage nach der Geburt, wie 3. Mose 12,2-4 vorschrieb.
14) Lukas 2,23: 2. Mose 13,2.12
15) Lukas 2,24: Tauben. Nach 3. Mose 12,8 war das ein Opfer armer Menschen.

25 Damals lebte in Jerusalem ein gerechter und gottesfürchtiger Mann namens Simeon. Er wartete auf die Ankunft des Messias, der Israel Trost und Rettung bringen würde. Der Heilige Geist ruhte auf ihm 26 und hatte ihm die Gewissheit gegeben, dass er nicht sterben werde, bevor er den vom Herrn gesandten Messias gesehen habe. 27 Als die Eltern von Jesus das Kind hereinbrachten, um mit ihm zu tun, wie es nach dem Gesetz üblich war, kam Simeon, vom Geist Gottes geführt, gerade in den Tempel. 28 Er nahm das Kind in seine Arme und pries Gott: 29 "Herr", sagte er, "dein Sklave kann nun in Frieden sterben, denn du hast deine Zusage erfüllt. 30 Mit meinen eigenen Augen habe ich die Rettung gesehen, 31 die du für alle Völker vorbereitet hast - 32 ein Licht, das die Nationen erleuchten und dein Volk Israel zu Ehren bringen wird." 33 Sein Vater und seine Mutter wunderten sich, als sie hörten, was Simeon über dieses Kind sagte. 34 Simeon segnete sie und sagte zu Maria, seiner Mutter: "Er ist dazu bestimmt, dass viele in Israel an ihm zu Fall kommen und viele durch ihn aufgerichtet werden. Er wird ein Zeichen Gottes sein, gegen das viele sich auflehnen werden 35 - so sehr, dass der Kummer deine Seele wie ein Schwert durchbohren wird. Doch so kommt an den Tag, welche Gedanken in ihren Herzen sind." 36 Damals lebte auch eine alte Prophetin in Jerusalem. Sie hieß Hanna und war eine Tochter Penuëls aus dem Stamm Ascher. Nur sieben Jahre war sie verheiratet gewesen 37 und war jetzt eine Witwe von 84 Jahren. Sie verließ den Tempel gar nicht mehr und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. 38 Auch sie kam jetzt dazu und lobte Gott. Und zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten, sprach sie über dieses Kind. 39 Als Maria und Josef alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn verlangte, kehrten sie nach Galiläa in ihre Heimatstadt Nazaret zurück.

Weise suchen nach dem Kind (Matthäus 2,1-12)
1 Als Jesus während der Herrschaft von König Herodes16) in Bethlehem17), einer Stadt in Judäa18), geboren war, kamen Sterndeuter19) aus einem Land im Osten nach Jerusalem. 2 "Wo finden wir den König der Juden, der kürzlich geboren wurde?", fragten sie. "Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind hergekommen, um ihn anzubeten." 3 Als König Herodes davon hörte, geriet er in Bestürzung und ganz Jerusalem mit ihm. 4 Er befahl alle Hohen Priester20) und Gesetzeslehrer des jüdischen Volkes zu sich und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden sollte. 5 "In Bethlehem in Judäa", erwiderten sie, "denn so ist es in der Heiligen Schrift durch den Propheten vorausgesagt: 6 'Du Bethlehem im Land Juda, / keineswegs bist du die unbedeutendste / unter den führenden Städten von Juda, / denn ein Fürst wird aus dir kommen, / der Hirte meines Volkes Israel.'"21)
16) Matthäus 2,1: Gemeint ist Herodes der Große, 37-4 v.Chr., "Freund und Verbündeter Roms", dessen Reich ganz Israel und Gebiete im Osten und Nordosten des Landes umfasste.
17) Matthäus 2,1: Bethlehem liegt 7 km südlich von Jerusalem und war die Heimatstadt von König David.
18) Matthäus 2,1: Judäa. Von Juden bewohntes Gebiet zwischen dem Toten Meer und dem Mittelmeer.
19) Matthäus 2,1: Sterndeuter. Mitglieder einer babylonischen Klasse von Weisen, die für außergewöhnliche Einsichten im Zusammenhang mit Traum- und Sterndeutung bekannt waren.
20) Matthäus 2,4: In neutestamentlicher Zeit bestimmten die Römer, wer in Israel Hoher Priester werden konnte. Wenn im Neuen Testament eine Mehrzahl von Hohen Priestern erwähnt wird, sind sowohl der amtierende als auch die inzwischen abgesetzten Hohen Priester gemeint sowie weitere Mitglieder der hohenpriesterlichen Familien, die hohe Positionen in der Tempelverwaltung inne hatten.
21) Matthäus 2,6: Micha 5,1

7 Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und fragte sie, wann genau sie den Stern zum ersten Mal gesehen hatten. 8 Dann schickte er sie nach Bethlehem. "Geht, und erkundigt euch sorgfältig nach dem Kind", sagte er, "und gebt mir Nachricht, sobald ihr es gefunden habt, damit ich auch hingehen und ihm die Ehre erweisen kann." 9 Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie bei seinem Aufgang beobachtet hatten, zog vor ihnen her, bis er schließlich genau über dem Ort stehen blieb, wo das Kind war. 10 Als sie den Stern sahen, kam eine sehr große Freude über sie. 11 Sie gingen in das Haus und fanden das Kind mit seiner Mutter Maria. Da warfen sie sich vor ihm nieder und erwiesen ihm die Ehre. Dann holten sie ihre mitgebrachten Schätze hervor und legten sie dem Kind hin: Gold, Weihrauch22) und Myrrhe23). 12 Als sie dann im Traum eine göttliche Weisung erhielten, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, reisten sie auf einem anderen Weg in ihr Land zurück.
22) Matthäus 2,11: Weihrauch. Weißes Harz eines Strauches, das beim Verbrennen einen aromatisch-duftenden Rauch entwickelte.
23) Matthäus 2,11: Myrrhe. Ein sehr kostbares wohlriechendes Harz afrikanisch-arabischer Herkunft, das in Salbölen und Arzneien verarbeitet wurde.

Nächtliche Flucht (Matthäus 2,13-18)
13 Nachdem die Sterndeuter abgereist waren, erschien auch Josef im Traum ein Engel der zu ihm sagte: "Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten! Und bleib dort, bis ich dir neue Weisung gebe. Denn Herodes will das Kind suchen und umbringen lassen." 14 Da stand Josef auf und brach noch in der Nacht mit dem Kind und seiner Mutter nach Ägypten auf. 15 Dort blieb er dann bis zum Tod von Herodes. So erfüllte sich, was der Herr durch den Propheten vorausgesagt hat: "Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen."24)
24) Matthäus 2,15: Hosea 11,1

16 Als Herodes merkte, dass die Sterndeuter ihn hintergangen hatten, war er außer sich vor Zorn. Er befahl, in Bethlehem und der ganzen Umgebung alle Jungen im Alter von zwei Jahren und darunter zu töten. Das entsprach dem Zeitpunkt, den er von den Sterndeutern in Erfahrung gebracht hatte. 17 So erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia vorausgesagt worden war: 18 "Angstschreie hört man in Rama, lautes Weinen und Klagen: Rahel weint um ihre Kinder und lässt sich nicht trösten, denn sie sind nicht mehr."25)
25) Matthäus 2,18: Jeremia 31,15

Zurück nach Nazaret (Matthäus 2,19-23)
19 Als Herodes gestorben war, erschien Josef wieder ein Engel des Herrn im Traum. 20 Er sagte: "Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir, und geh wieder nach Israel! Denn die Menschen, die das Kind umbringen wollten, sind tot." 21 Da stand Josef auf und kehrte mit dem Kind und seiner Mutter nach Israel zurück. 22 Er fürchtete sich aber, nach Judäa zu ziehen, weil er gehört hatte, dass Archelaus26) anstelle seines Vaters Herodes jetzt dort herrsche. Im Traum erhielt er eine neue Weisung und zog darauf nach Galiläa27). 23 Dort ließ er sich in der Stadt Nazaret nieder. So erfüllte sich, was durch die Propheten gesagt ist: "Er soll Nazarener28) genannt werden."   
40 Das Kind wuchs heran und wurde kräftig. Es war mit Weisheit erfüllt und Gottes Gnade ruhte sichtbar auf ihm. (Lukas 2,40)
26) Matthäus 2,22: Archelaus hatte den schlechtesten Ruf aller Herodessöhne. Er regierte von 4 v.Chr. bis 6 n.Chr. über Judäa, Idumäa und Samaria und wurde dann von den Römern abgesetzt.
27) Matthäus 2,22: Galiläa. Von Juden und Griechen bewohntes Gebiet im Norden Israels, etwa zwischen dem See Gennesaret und dem Mittelmeer.
28) Matthäus 2,23: Nazarener. Der Name ist vom hebräischen Nezer, das heißt "Zweig" oder "Spross" abgeleitet, was laut Jesaja 11,1 eine Weissagung auf den Messias ist.

Freitag, 23. Dezember 2016

Weihnachtsgestalten:Josef (3)

Eigentlich verdient Josef, der Adoptivvater Jesu, mehr Aufmerksamkeit, als wir ihm in der Weihnachtsgeschichte zubilligen. Gestern und vorgestern haben wir einige Lektionen von Josef in Verbindung mit der ersten Weihnachtszeit gelernt. Was mir besonders auffällt ist die Tatsache, wie Gott ihn in seiner Unscheinbarkeit gebraucht. Heute ein letzter Beitrag zu seiner Person.

Am besten kennt man Josef ja aus den Weihnachtsgeschichten. Aber auch in anderen Bibelstellen lesen wir von ihm – immer als dem Unscheinbaren – und können von ihm lernen.

Nur einmal tritt Josef noch aktiv in Erscheinung, bevor er nur noch erwähnt wird. In Lukas 2 wird uns berichtet, dass er mit seiner Mutter Maria und seinem Adoptivvater zum Passahfest nach Jerusalem zog. Josef lag es am Herzen, Jesus auf Gottes Wegen zu erziehen. Dazu gehörte das geistliche Leben. Jesus späteres Auftreten zeigt ein perfektes Kennen des Alten Testaments. Josef wusste um seine Verantwortung, Jesus in die Wahrheiten Seines himmlischen Vaters einzuführen. Und er tat es offensichtlich mit Hingabe und Erfolg. Dazu kommt, dass er sich Zeit nahm, Jesus auf das Leben vorzubereiten. Jesus folgte den beruflichen Spuren seines Vaters, wie uns Markus 6:3 aufzeigt. Die Menschen reden über Jesus und sagen:  Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder von Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns?

Der stille, unscheinbare Josef! Aber so bestrebt, seinen Adoptivsohn in den Wegen Gottes zu unterrichten und Ihn auf das Leben vorzubereiten! Und er schaffte es, obwohl sein Leben kurz blieb. Allem Anschein nach hat er nicht mal mehr miterlebt, als Jesus Seinen Dienst begann. Aus seinem kurzen Leben machte er das Meiste, indem er seine Verantwortung als Vater vor Gott wahrnahm. Wir können davon ausgehen, dass das Leben zur Zeit Josefs nicht einfacher war als heute, dass Väter es damals genauso schwer hatten wie Väter heute, ihre Kinder in den Wegen Gottes zu erziehen und auf das Leben vorzubereiten. Josef lebte für dieses Ziel, und auch darin ist er uns ein Vorbild.

Josef – gottesfürchtig, offen für Gottes Reden, gehorsam, hingegeben an Gott und an seine (Adoptiv-)Vaterschaft – und in alledem einer der unscheinbarsten großen Männer der Bibel, der während seines kurzen Lebens gar nicht mitkriegte, was sein hingegebenes Leben alles für das Reich Gottes bewirkte.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Letztes Frühgebet in diesem Jahr!

Morgen, Freitag, um 6:00 Uhr, findet das letzte Frühgebet @ CCFG in diesem Jahr statt. Wir treffen uns zu Anbetung und Gebet und schließen ab 7:00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück ab für alle, die bleiben können. Vielleicht hast Du schon Urlaub oder die Kinder haben Ferien und schlafen länger. Komm doch einfach mal dazu. Herzlich willkommen!

Weihnachtsgestalten: Josef (2)

Gestern hatten wir durch Josef, den Adoptivvater Jesu gelernt:
Gott interessiert nicht unsere Vergangenheit. Ihn interessiert unsere Gegenwart und unser Herz heute. Egal, wer wir waren – bei Gott zählt, wer wir heute sind und wie wir heute zu Ihm stehen!

Josef hatte uns ein Beispiel gegeben, indem er sich einer Reaktion der Bitterkeit oder des Zorns auf seine Enttäuschung hin verweigerte. Stattdessen ließ er Gott hineinreden in seine Verwirrung und Schmerzen.
Als Gott zu ihm gesprochen hatte, gab es für ihn keine Diskussion mehr. Ohne „Wenn und aber“, ohne Zweifel, ohne Fragen handelt er sofort, wie Gott es offenbart hat.

Was Josef wahrscheinlich nicht einmal merkte, war, dass er zu einem vielfältigen Werkzeug Gottes in der Erfüllung biblischer Prophetie wurde. In Matthäus 2 lesen wir immer wieder, dass Gott in Träumen zu Josef sprach. Wir lesen immer wieder, dass Josef sofort gehorchte, und wir lesen immer wieder, dass sich dadurch Prophetien der alten Propheten erfüllten. Nahm Josef das wahr? Wohl kaum. Er lebte einfach sein schlichtes Zimmermannsleben mit Gott. Nun, wahrscheinlich musste er hier und da sogar seine berufliche Laufbahn und seine Aufträge aufgeben oder den Fertigstellungstermin verschieben, um tun zu können, was Gott ihm auftrug. Aber das tat er und wurde unmerklich zu einem gewaltigen Werkzeug Gottes (Matthäus 2:13-23).

Als Jesus und Maria den Schutz des himmlischen Vaters brauchten, setzte Gott Josef ein, um diesen Schutz zu verwirklichen. Weil Josef ein frommer Mann war, der Gottes Worte ohne „Wenn und Aber“  postwendend befolgte, konnte Gott ihm Großes anvertrauen.

Herrliche Unscheinbarkeit. Ohne zu fragen dienen. Ohne zu zweifeln handeln. Das konnte Josef, weil er ein frommer Mann war, dem seine Frömmigkeit mehr galt als sein eigenes Leben. Sein Glauben forderte keine sichtbaren Erfolge. Er tat das, von dem er wusste, dass es richtig war, ohne zu wissen, welchen Segen er dadurch verbreitete und welches Werkzeug er in Gottes Hand war, zur Erfüllung von Prophetie und zur Aufrichtung des Reiches Gottes.

Von Josef lernen: auch ohne sichtbare Frucht dem Herrn zu glauben und zu gehorchen. Auch ohne Zweifel und Fragen Seine Aufträge erfüllen – und ohne es (auf Erden) zu erkennen – Gottes Instrument zu sein zur Erfüllung Seines Plans – in aller Unscheinbarkeit!

Möge Gott uns dabei helfen!

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Letzte Bibelstunde in diesen Jahr @ CCFG!

Nutz' die Gelegenheit zu Gemeinschaft, Anbetung und Gottes Wort. Es wird unsere letzte Bibelstunde sein in diesem Jahr. Herzlich willkommen! Beginn: 19:30 Uhr!

Die Wolke, Jesus und unsere Lasten

Am Montag haben wir eine Miniserie über Personen der Weihnachtsgeschichte begonnen. Die wollen wir auch heute nicht unterbrechen. Trotzdem möchte ich einladen zur letzten Bibelstunde @ CCFG in diesem Jahr. Wir sind im Hebräerbrief unterwegs, den wir im Januar 2017 abschließen werden. Vergangenen Mittwoch begann Stefan mit dem vorletzten Kapitel dieses interessanten Briefes. Hier einige Gedanken aus der reichhaltigen Predigt über Hebräer 12:1-15.

Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, 
so laßt uns jede Last ablegen und die Sünde, 
die uns so leicht umstrickt, und laßt uns mit Ausdauer laufen
in dem Kampf, der vor uns liegt,
indem wir hinschauen auf Jesus,
den Anfänger und Vollender des Glaubens, 
der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete 
und dabei die Schande für nichts achtete, 
und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. (Hebräer 12:1+2)

Natürlich sind wir fasziniert von der Wolke von Glaubenszeugen in Kapitel 11. Aber die sollen nicht unsere Aufmerksamkeit gefangen nehmen. Die Wolke von Zeugen soll unsere Aufmerksamkeit auf Jesus lenken. Er ist der Gott, der Abel, Noah, Abraham, Sara, Isaak, Jakob, und all den anderen "Glaubenshelden" begegnete. Sie waren zwar keine Helden, aber sie setzten ihr Vertrauen in Gott und der segnete sie. Auf Gott, auf Jesus, der uns im Glauben begegnet - auf den sollen wir schauen.

Auf Jesus zu schauen wird eingeleitet von der Einladung und Aufforderung, unsere Sünde und Last bei Jesus abzulegen. Herrlich! Herrlich, dass wir unsere Sünden bei Ihm ablegen dürfen - jeden Tag neu. Aber auch unsere Lasten. Wie kann ein Mensch mit Ausdauer laufen, wenn ihm Lasten ans Bein gebunden sind? seien das Lasten, die wir unfreiwillig tragen - oder auch Lasten, die wir uns selbst ans Bein gebunden haben: Verpflichtungen, die wir uns auferlegt haben. Überflüssige Sicherheiten, die aus Unglauben aufgenommen wurden, Ablenkungen, die unseren Blick von Jesus wegziehen und unsere Kraft aufzehren. Wir dürfen ablegen bei Jesus, befreit laufen und den guten Kampf kämpfen, in den er uns gestellt hat.

Das waren nur die einleitenden Gedanken. Die Predigt kann HIER angehört oder runtergeladen werden.

Als Nächstes noch einen Beitrag aus unserer "Vorweihnachts-Miniserie"

Weihnachtsgestalten: Josef (1)

In den vergangenen Tagen ging es um Maria, die Mutter Jesu. Ab heute soll es um den Adoptivvater Jesu gehen. Dass er ein außergewöhnlicher Mann war, daran muss niemand zweifeln, der in der Bibel über ihn liest.

Das Matthäusevangelium stellt uns gleich im ersten Kapitel Josef vor. Schaut man sich das Geschlechtsregister Jesu an, findet man am Ende der Liste den Namen Josefs. Josef wird allerdings nicht der „Vater Jesu“ genannt, wie bei all den Vater/Sohn Beziehungen in den Versen zuvor steht (NLÜ, HfA), sondern „der Mann Marias“, die Jesus gebar.

In Josefs Geschlechtsregister finden wir einige der gottlosesten Könige Israels. Das hinderte Gott nicht, Josef, der ein frommes Leben führte, als Mann der Maria zu erwählen. Gott interessiert nicht unsere Vergangenheit. Ihn interessiert unsere Gegenwart und unser Herz heute. Egal, wer Du warst – bei Gott zählt, wer Du bist und wie Du heute zu Ihm stehst!

Von Anfang an wird Josef als Nicht-Vater ausgewiesen. Nicht nur das Alte Testament spricht an verschiedenen Stellen von der Jungfrauengeburt. Auch das Neue Testament bestätigt das direkt – und indirekt, aber ausgesprochen klar durch die Art und Weise, wie Jesu ‚Adoptivvater’ beschrieben wird (vgl. Matthäus 1:20; 2:11; Lukas 3:23).

Ernsthaft – und doch herrlich – der Vers in Matthäus 19:1:

Aber Joseph, ihr Mann, der gerecht war
und sie doch nicht der öffentlichen Schande preisgeben wollte,
gedachte sie heimlich zu entlassen.“

Das war, bevor Gott Josef die Erklärung gibt für die plötzliche Schwangerschaft seiner Verlobten, Maria. Josef hätte die Möglichkeit gehabt, Maria hinrichten zu lassen. Die andere Option war, sie zu verlassen. Josefs Frömmigkeit und Liebe wählt den zweiten Weg. Er verweigert sich einer Reaktion der Bitterkeit oder des Zorns, die immer den Tod zur Folge hat. Aber es muss größte Enttäuschung und Traurigkeit in ihm bewirkt haben. Und so denkt er über diese Option des Verlassens nach. (Vs 20)

Während er das „bedenkt“, redet Gott zu ihm. Auch darin ist Josef uns ein Vorbild. Wenn wir doch nur Gott hineinreden lassen würden in unsere Schmerzen und Enttäuschungen. Es sind unglaubliche Aussagen, die der Gott des Himmels solchen Leuten zuruft. Josef beruhigt Er erst mal mit den Worten: „Fürchte Dich nicht!“ (Vs 20)   Dann macht Er eine Aussage, die Josef schier das Herz stehen lassen musste. Ungeheuerlich! Unfassbar! Der Heilige Geist Gottes sollte der Schöpfer des Lebens sein, das in Maria heranwuchs. Wenn wir das heute lesen, ist das eine andere Sache. Der Heilige Geist zu Zeiten Josefs war weit weniger fassbar und definiert als heute, zu unserer Zeit. Aber Josef ließ es zu in jener Vorweihnachtszeit: Er ließ Gott hineinreden in seine Verwirrung und Schmerzen. Und dann Vs 24!

„Als nun Joseph vom Schlaf erwachte, handelte er so,
wie es ihm der Engel des Herrn befohlen hatte,
 und nahm seine Frau zu sich.“

Ohne „Wenn und aber“, ohne Diskussion, ohne Zweifel, ohne Fragen – Josef wird wach und handelt sofort, wie Gott es offenbart hat.

Zwischen den Versen 20 und 24 darf er dann die herrliche Wahrheit über Gottes Plan erfahren: „Jesus“ soll das Kind heißen.
Er soll alle von ihren Sünden retten, die zu Ihm gehören.
Er soll die Verheißungen des AT erfüllen
Durch Ihn - ‚Immanuel’ - wird Gott zu den Menschen kommen.

Für Josef sollten es keine leichten Wochen und Monate werden. Aber Gott hatte ihn erwählt, trotz unrühmlicher Ahnentafel. Josef öffnete sein verwirrtes und verletztes Herz für den Balsam des Wortes Gottes. Gott spricht zu denen, die auf diese Weise Ihn suchen. Und dann handelt Josef. Ohne weitere Fragen, ohne Bedenken, ohne Zweifel. Gott hatte geredet! Das war genug!

In der Kirchengeschichte und oft in der Weihnachtsgeschichte verblasst Josef als scheinbare Nebenfigur. Dabei kann er uns in Vielem zum Zeugnis werden und spielt eine nicht unbedeutende Rolle im Plan Gottes.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Weihnachtsgestalten: Maria (2)

Gestern ging es um Marias Hingabe, als der Engel Gabriel mit einer schier unglaublichen Botschaft und Aufgabe zu ihr kam. Aber Maria glaubte und gab sich hin in den Plan Gottes mit ihr.

Die Bibel berichtet über Maria mehr als über ihren Mann, Josef. Wohl auch deshalb, weil Josef früh verstorben zu sein scheint. Aber die Hingabe, die Maria in ihrer frühen Jugend auszeichnete, die zeichnet sie auch später aus, wann immer wir über sie lesen.

Die Schwangerschaft war sicher nicht einfach und begleitet von vielen kritischen Blicken und viel Gemunkel und Getuschel in der Nachbarschaft. Maria kannte die Wahrheit und stand alles Gemunkel durch.

Als dann die Geburt bevorstand, kam ein Befehl, der es nötig machte, mit ihrem Mann Josef von Nazareth nach Bethlehem zu reisen. Die Strecke wird mit ungefähr 150 km angegeben und betrug zu Fuß etwa 5 Tagesreisen. Konnte Maria in ihren letzten Schwangerschaftstagen auf einem Esel reiten? Hoffentlich. Dennoch äußerst strapaziös – für die werdende Mutter und das ungeborene Kind! Jeder lebende Arzt unserer Zeit hätte von einer solchen Reise abgeraten. Vielleicht wären die Jugendämter aktiv geworden. Maria nimmt es auf sich und kaum sind sie da, wird Jesus geboren. Was für ein Stress muss es gewesen sein, als Letzte anzukommen, anzuklopfen ... und immer wieder abgewiesen zu werden. „Alles belegt!“

Aber die ganze Weihnachtsgeschichte und die Berichte über das Leben Jesu bezeugen, dass Maria an ihrer Hingabe festhielt. Da gab es keine Schimpftiraden über den geldgierigen Augustus „da oben in Rom“. Da lesen wir nichts von einer jammernden Schwangeren auf dem Weg nach Bethlehem. Maria hatte „Ja!“ gesagt zu Gott und damit aus Seiner Hand angenommen, was Er ihr zumuten würde. In alledem konnte sie sich  vermutlich ausrechnen, dass Gott sie durchtragen würde, weil die Geburt des Retters verheißen war.

Bereits im Vorfeld – nach der Ankündigung und vor den schwierigen Umständen – entschloss sich Maria, ihre Hingabe durch Dankbarkeit zu kennzeichnen. Moment! Geht das überhaupt anders? Ist Hingabe ohne Dankbarkeit überhaupt noch Hingabe? Für Maria jedenfalls gehörte beides zusammen. Hingabe ohne herzliche Dankbarkeit und Gotteslob war genauso undenkbar wie Dankbarkeit als Lippenbekenntnis, ohne herzliche Hingabe. Darum – egal, was die Zukunft bringen würde, lobt sie den Herrn aus vollem Herzen (Lukas 1:46-50)

„Meine Seele erhebt den Herrn, 
 und mein Geist freut sich 
über Gott, meinen Retter,

dass er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; 
denn siehe, von nun an 
werden mich glückselig preisen alle Geschlechter!
Denn große Dinge hat der Mächtige an mir getan, 
und heilig ist sein Name;

und seine Barmherzigkeit währt 
von Geschlecht zu Geschlecht

über die, welche ihn fürchten.


Maria dankt dem Herrn hingebungsvoll, auch ohne zu wissen, was noch kommt! Maria, eine Frau des Glaubens, der Hingabe und der herzlichen Dankbarkeit.

Montag, 19. Dezember 2016

Letzte Gelegenheit in diesem Jahr!


Weihnachtsgestalten: Maria (1)

In diesen Tagen wollen wir uns mit einigen Personen der Weihnachtsgeschichte beschäftigen.

Maria war definitiv eine außergewöhnliche Frau. So, wie sie im Wort Gottes beschrieben wird, kann man nur staunen, wie geistlich stark und hingegeben diese junge Frau war, die vermutlich einige Jahre vor ihrem 20. Geburtstag stand.

Sie kam aus der Linie Davids. Das war verpflichtend für die Frau, die Jesu Mutter werden sollte. Als sie dann ihre erste Engelerscheinung hatte, muss sie zu Tode erschrocken gewesen sein. Gabriel hatte sie mit erstaunlichen Worten begrüßt:

Sei gegrüßt, du Begnadigte! Der Herr ist mit dir,
du Gesegnete unter den Frauen! (Lukas 1:28)

Allein diese Worte aus dem Mund eines himmlischen Wesens - eines echten Engels - zu hören, ist unvorstellbar. Und Gabriel darf und muss ihr als nächstes den Frieden Gottes zusprechen. Dann fährt er fort und bringt Maria die Botschaft, mit der Gott ihn losgeschickt hatte:

Du hast Gnade bei Gott gefunden. Und siehe,
du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären;
und du sollst ihm den Namen Jesus geben. 
Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden;
und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; 
und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit,
und sein Reich9 wird kein Ende haben. (Lukas 1:30-33)

Das war eine volle Ladung. So groß, dass Maria erst gar nicht begriff, was ihr geschah. Gabriel musste erklären (Vs 35):

Der Heilige Geist wird über dich kommen,
und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.
Darum wird auch das Heilige, das geboren wird,
Gottes Sohn genannt werden.

Es würde schon interessieren, was Maria alles durch den Kopf geschossen ist. Vielleicht Fragen wie: Was wird Josef sagen? Was werden meine Eltern sagen? Was werden die Nachbarn sagen? Wie soll ich die Schwangerschaft erklären? Das wird mir niemand glauben. Wenn mir keiner glaubt, kann ich bei der ganzen Sache draufgehen und gesteinigt werden. Ist das hier alles real?

Was immer Marias Fragen gewesen sein mögen – ihre Reaktion kommt prompt und klar (Vs 38):  

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort!“

Allerspätestens hier wird uns Jesu Mutter zu einem großen Vorbild. Sie kümmert sich nicht um sich selbst. Sie hält fest an Gottes Wort und vertraut sich Gottes Zukunft mit ihr an.

So jung, aber so hingegeben! Hingabe kann nie zu früh beginnen – aber auch nie zu spät! Bis heute spricht Gott durch den Schächer am Kreuz zu der Menschheit, obwohl seine Hingabe an Jesus Leben erst in der Sterbestunde seines Lebens geschah. Es ist nie zu spät, für Jesus zu leben, aber fruchtbringender, wenn wir früh damit beginnen.

Sonntag, 18. Dezember 2016

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Ende

Hochwürden predigt wieder ewig lange und findet einfach kein Ende. Leise ergreifen einzelne Kirchenbesucher die Flucht, sogar die fromme Frau Huber schleicht sich heimlich aus der Kirche. Ihr Mann wartet schon seit zehn Minuten vor der Kirchentür und fragt erleichtert: “Ist der Herr Pfarrer also endlich am Ende?“ „Na, am Ende ist er schon lang – aber trotzdem predigt er weiter!“

Bei uns ist es anders! Unser Gastprediger am heutigen Sonntag ist für viele ein alter Bekannter und ein gesegneter Prediger.Wir laden herzlich ein! 

Anbetung 
Predigt (Gastprediger)
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst 
Abendmahl 
Auf Wunsch Gebet 
Einladung zum Mittagessen
Beginn: 10:30 Uhr 

Wir freuen uns auf Dich!
 Calvary Chapel Freier Grund 
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude) 
57290 Neunkirchen-Zentrum 

"Ich bin gewiss, dass die evangelische Kirche steht und fällt 
mit ihrer Predigt."
(Wilhelm Busch)
"Bei tauben Ohren ist jede Predigt verloren."
(Deutsches Sprichwort)